„Meine Übernamen? Fässle, Seba, Basti, Panzer oder Schäferhund“

7 Fragen an… Sebastian Beisel.
Der neue Spieler in Diensten der 1. Mannschaft hat sich in kürzester Zeit sehr gut eingelebt. Im Interview erzählt er, weshalb er zum SCZ gewechselt hat und wie lange er bleiben wird, ob er seinem neuen Verein den Aufstieg in die 2. Liga zutraut – und ob in Süddeutschland oder im Kanton Zürich der bessere Fussball gespielt wird. Und ganz zum Schluss verrät er auch noch einige seiner unzähligen Übernamen.

Mit Sebastian Beisel sprach Dennis Bühler

 

Sebastian, du warst in der vergangenen Winterpause der einzige Neuzugang des SC Zollikon. Was kannst du der 1. Mannschaft bringen, das ihr bisher noch gefehlt hat?

Eine schwierige Frage für mich. Ich habe den Verein gewechselt um mich selber weiterzuentwickeln. Mit Sicherheit kann ich meinen Kampfgeist, Wille und Aufopferungsbereitschaft in die Waagschale werfen. In Luftduellen kann ich dem Team sicherlich auch weiterhelfen, da ich in diesen Situationen auch meine Stärken sehen. Was ich gerne mitbringen würde, wäre das taktische und individuelle Verhalten bei Standards zu beeinflussen, aber das ist ein sehr schwieriges Unterfangen (schmunzelt).

Du hast dir in kürzester Zeit einen Stammplatz erkämpft. Im Spiel gegen Fällanden vor zehn Tagen warst du der beste Zolliker, auch in Egg am vergangenen Sonntag hast du diverse Bälle erobert und grosse Zweikampfstärke bewiesen. Wie zufrieden bist du bis anhin mit deiner Zeit beim SCZ?

Die Spiele gegen Fällanden und auch gegen Egg waren sicher keine schlechten für mich. Aber nach fast einjähriger, von Verletzungen geprägter fussballerischer Pause vor meiner Zeit beim SCZ sehe ich mich noch immer in der Aufbauphase. Ich bin sehr froh, dass ich die ganze Vorbereitung verletzungsfrei überstanden habe, aber Potenzial nach oben ist, wie bei jedem Spieler in unserem Team, immer noch vorhanden. Meine bisherige Zeit beim SCZ habe ich sehr genossen, ich wurde super freundlich aufgenommen und geniesse es wieder richtig Spass am Fussballspielen zu haben.

Du bist vor einigen Monaten für ein Praktikum nach Zürich gekommen. Weshalb hast du dich eigentlich ausgerechnet für den SCZ entschieden?

Das war Zufall. Ich wollte mir für meine Zeit in Zürich einen Verein zum Trainieren suchen und war in der näheren Umgebung auf der Suche nach passenden Vereinen. Dies hat sich bei uns in der Klinik wohl herumgesprochen, und so wurde ich von einem Kollegen von unserem Werni angesprochen, der mit mir zusammen arbeitet. Er gab mir die Kontaktdaten, ich war einmal im Training und die Sache mit der Vereinssuche hat sich erledigt. Dies übrigens, obwohl bei dieser Trainingseinheit nur gerade fünf Leute aus der 1. Mannschaft anwesend waren und ich nach den Aufwärmübungen bereits Krämpfe bekommen habe (lacht).

Beim SCZ hast du dich in kürzester Zeit etabliert. Doch wie lange wirst du dem SCZ überhaupt erhalten bleiben – ist der Verein für dich nur eine Durchgangsstation, bevor du berufshalber wieder nach Süddeutschland wechseln wirst?

Ich bin mit meinem Studium vorerst zu Ende, bin also Arbeitssuchender. Für die nächsten 3 Monate konnte ich eine weitere Praktikumsstelle in Zürich ergattern. Danach werde ich mich bei allen möglichen Kliniken bewerben, in der Schweiz,  in Deutschland und auch auf anderen Kontinenten. Wenn ich eine gute Stelle in Zürich oder in der Umgebung bekommen kann, … warum sollte ich dann nicht in Zürich und beim SCZ bleiben?

Erzähle uns von deiner Fussballkarriere, bevor du zum SCZ gewechselt hast. Wo hast du gespielt, was waren die bisherigen Höhe- und Tiefpunkte?

Da gibt es nicht viel zu erzählen. Ich habe das Fussballspielen in Allensbach gelernt, dem schönsten Dorf der Welt am Bodensee. Ich konnte kaum laufen und stand schon, aufgrund der Tätigkeit meines Vaters als Fussballspieler und Trainer im Verein, auf dem Fussballplatz. Ich spielte von 1991 bis letztem Jahr immer beim SV Allensbach, habe dort alle Jugendmannschaften durchlaufen und dann auch sechs Jahre aktiv in der 1. Mannschaft gespielt. Unterbrochen wurde dieses Engagement einzig durch einen Abstecher zu einem Nachbarsklub, mit dem Allensbach eine Kooperation einging: Ich habe für drei Jahre den Verein gewechselt, um höherklassigen Fussball spielen zu können. Wirkliche Höhepunkte fallen mir jetzt gerade keine ein. Ich habe indes sehr viele gute Erinnerungen an meine Jugend- und Aktivzeit in Allensbach, mit mehreren Meisterschaften, Turniersiegen oder grossen Spielen, und die grösseren und  kleineren Feste darf man da auch nicht vergessen. Ein Tiefpunkt war mit Sicherheit der Abstieg aus der Bezirksliga in der Saison 2010/2011. Jedoch sind die positiven Erinnerungen weit in der Überzahl.

Du kannst den Fussball in Süddeutschland mit dem im Kanton Zürich vergleichen. Wo wird der gepflegtere Fussball gespielt?

Schwer zu sagen. Der Schweizer Fussball ist um einiges technischer als der Süddeutsche. Jedoch haben bei uns die physischen und taktischen Fähigkeiten einen weitaus höheren Stellenwert als hier in der Schweiz. Somit kann man keinen Vergleich ziehen, weil auf ganz andere Schwerpunkte wert gelegt wird.

Wie beurteilst du das Potenzial der 1. Mannschaft des SCZ – liegt der Aufstieg in dieser Saison drin?

Einfache Antwort: Ja

 

Steckbrief

* Geburtsdatum: 27.01.1988

* Beruf: Medizinischer Trainingstherapeut (Sporttherapeut/Bewegungstherapeut)

* Übernamen: Fässle, Seba, Basti, Panzer, Schäferhund, Sebas (so nennt mich Nicolas Girod) und viele weitere mehr. Man kann in der Zwischenzeit gewiss ein Buch füllen mit meinen Übernamen 😉

* Bevorzugte Spielfeldposition: Mittelfeld

* Trikotnummer: Jugend 11, Aktiv 12

* Stärken: Zweikampf, Luftduelle, Wille, Ausdauer

* Schwächen: Beweglichkeit, Schnelligkeit

* Lieblingsvereine: Bayern München, SC Freiburg, SV Allensbach

* Vorbild (als Spieler): Bastian Schweinsteiger, Sebastian Deisler

Der perfekte Spieler… setzt spielerische Akzente und reibt sich für seine Mannschaft auf ohne herauszustechen

* Bisherige Vereine: SV Allensbach, SG Dettingen-Wallhausen, SC Zollikon

* Trainertätigkeit: 2007-2009

Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 1. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: 1.

Da steht der SCZ in fünf Jahren: In der 2. Liga regional vorne dabei

* Das ist beim SCZ besser als bei meinem letzten Verein: Trainingsintensität, Teamzusammenhalt

* Das ist bei meinem letzten Verein besser als beim SCZ: Der Rasenplatz – vor allem weil wir darauf Spiele austragen 😉

* So würde ein Duell zwischen dem SCZ und meinem letzten Verein enden: Das würde mich selber sehr interessieren. Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, obwohl beim SCZ die besseren Fussballer spielen