„Wenn alles so klappt, dann platzt der Coach fast vor Stolz!“

7 Fragen an… Fabian von Rechenberg.
Seit einem halben Jahr trainiert Fabian von Rechenberg die im vergangenen Sommer neu gegründete 3. Mannschaft des SCZ. „Einige trafen am Anfang der Saison kaum den Ball“, erinnert sich von Rechenberg. „Und heute machen sie auch anspruchsvollere Passübungen ohne Probleme mit.“ Der Rückrundenstart jedenfalls ist geglückt: Am vergangenen Sonntag schlug die 3. Mannschaft den an der Tabellenspitze klassierten FC Wallisellen nach grossem Abnützungskampf 2:1.

 

Mit Fabian von Rechenberg sprach Dennis Bühler

Die 3. Mannschaft ist am vergangenen Sonntag erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Nach den Resultaten der Testspiele hatte der 2:1-Sieg gegen den vormaligen Tabellenführer Wallisellen nicht unbedingt erwartet werden können. Was hat deine Mannschaft im ersten Ernstkampf dieses Jahres besser gemacht als zuvor?

In den Vorbereitungsspielen haben wir viel zu viele Gegentreffer kassiert, deshalb haben wir die taktische Ausrichtung im Mittelfeld defensiver ausgerichtet. Dazu hatten wir das Glück an diesem Sonntag definitiv auf unserer Seite. Ich denke es ist das Glück des Tüchtigen, denn wir haben uns für eine 5. Liga Mannschaft sehr intensiv vorbereitet.

Nach gut der Hälfte dieser Saison liegt die 3. Mannschaft in der Tabellenmitte, jeweils hinter und vor fünf anderen Vereinen. Welches Ziel setzt du deinem Team in den verbleibenden neun Spielen?

Ich habe mit der Mannschaft vor dem ersten Rückrundenspiel als Ziel abgemacht, in den zehn Spielen bis zum Saisonende 15 Punkte zu gewinnen. Nach dem Spiel habe ich dieses Ziel auf 18 hochgeschraubt (lacht). In der Vorrunde hatten wir mit gütiger Mithilfe der 1.- und 2. Mannschaft zehn Punkte geholt.

Du bist jetzt seit sechs Monaten Trainer der 3. Mannschaft. Weshalb hast du dich im Herbst eigentlich entschieden, dieses Amt zu übernehmen?

Bevor ich Trainer wurde, habe ich als Spieler zwei Mal mit der Mannschaft trainiert. Die Jungs waren und sind immer noch sehr motiviert, haben ein super Verhältnis untereinander und arbeiten toll mit. Von der Einstellung her kann sich ein Trainer eine solche Mannschaft nur wünschen.

Gibt es einen Spieler der 3. Mannschaft, dessen Entwicklung dich in den vergangenen Monaten besonders positiv überrascht oder beeindruckt hat?

Davon gibt es mehrere. Einige trafen am Anfang der Saison kaum den Ball und heute machen sie auch anspruchsvollere Passübungen ohne Probleme mit. Aber auch Spieler die früher in der 2. Mannschaft meistens nicht einmal im Aufgebot standen wie Maik Panther oder Cedric Hofstetter sind heute absolute Leader-Figuren und wären auch in der 4. Liga ein Gewinn für die Zolliker. Dies ist keine Kritik an der Arbeit von Ben, dem Trainer der 2. Mannschaft. Spieler entwickeln sich schneller, wenn man auf sie setzt. Er hatte damals bessere Optionen.

Du bist einer der auffäligsten Trainer der 5. Liga, weil du meist im Anzug und mit Krawatte coachst. Warum eigentlich?

Am Anfang war es nur als Motivationsspritze für meine Mannschaft gedacht. Sie sollten spüren, dass sie einen Trainer haben, der voll und ganz hinter dem Team steht – auch wenn er sich dabei zum Affen macht. Daraus wurde nun ein Kult, der einfach dazu gehört. Dazu kommt, dass ich so oder so schon viel besser als Alain, Werner und Ben aussehe, die anderen Zolliker Aktivtrainer. Mit dem Anzug versuche ich das zu überspielen, damit sie nicht total im Regen stehen (lacht).

Es gibt in der 3. Mannschaft Spieler, die erst seit sie unter dir spielen auf jener Position eingesetzt werden, auf der sie ihre Qualitäten am besten zur Geltung bringen können. Wie gelingt es dir, immer die ideale Aufstellung zu finden?

Das sind grosse Worte eines Journalisten, der bei mir von der Verteidigung in den lang ersehnten Sturm wechseln durfte (lacht). Ich versuche aber die Frage trotzdem zu beantworten: Wir hatten sechs Vorbereitungsspiele und in diesen Tests auch einiges ausprobiert. Am Ende haben wir, so glaube ich, für jeden Spieler eine Position gefunden, auf der er sich wohl fühlt. Das ist wichtig, denn die Jungs brauchen Selbstvertrauen, damit sie gut spielen können.

Das vergangene Wochenende verlief für dich ideal. Zuerst gewannen die von dir bevorzugten Grasshoppers im Stadtderby gegen den FCZ, dann alle drei Aktivteams des SCZ. Welcher dieser vier Siege hat dich am meisten überrascht, welcher hat dich am meisten gefreut?

Die 1. Mannschaft konnte ich leider nicht verfolgen, da sie auswärts spielte, aber natürlich freue mich über das Resultat. Die Grasshoppers und die 2. Mannschaft mussten beide gegen einen unbequemen und äusserst primitiven Gegner antreten, wurden ihrer Favoritenrolle aber schliesslich gerecht, was mich noch mehr gefreut hat. Aber wenn man eine eigene Mannschaft führt, ist das wahrscheinlich wie wenn man ein Kind hat: Ich leide an der Seitenlinie extrem mit, ich ärgere mich, wenn einer seine Leistung nicht abrufen kann oder verletzt wird, freue mich mit den Spielern, wenn sie einen Zweikampf gewinnen oder ein Tor schiessen, bin enttäuscht, wenn einer nicht zum Training erscheint oder nicht alles gibt, bin überglücklich, wenn ich sehe wie viel Spass sie untereinander haben, ob im Training, an Partys oder am Spieltag. Das sind sehr starke Gefühle. Wenn meine Jungs dann sogar den Leader bezwingen, platzt der Coach fast vor Stolz!