„Wir A-Junioren dürfen und müssen uns nicht verstecken“

7 Fragen an… Rico Bühlmann.
Am Tag vor seinem 19. Geburtstag erzielte der offensive Mittelfeldspieler am vergangenen Sonntag seine ersten beiden Tore für die 1. Mannschaft. Im Interview zieht der Hochbauzeichner, der seit zwölf Jahren beim SCZ spielt und sonst nur bei Red Star Zürich aktiv war, Bilanz der Saison der A-Junioren. Wichtig sei ihm nicht nur der Aufstieg in die Promotionsklasse, sondern auch der gute Teamgeist. Und er sagt: „Die 2. Liga ist ein Traum für mich.“

Mit Rico Bühlmann sprach Dennis Bühler

Am vergangenen Sonntag bist du im letzten Saisonspiel der 1. Mannschaft kurz nach der Halbzeitpause eingewechselt worden und hast mit deinen beiden Toren mitgeholfen, den 1:3-Rückstand gegen den FC Rüti zum 4:3 zu kehren. Wie war es für dich als A-Junior, das Fanionteam vor der Niederlage zu retten?

Das Spiel gegen den FC Rüti war für uns ein hartes Stück Arbeit. Als ich in der 50. Minute eingewechselt wurde, fühlte ich mich gleich wohl auf dem Platz. Je länger das Spiel dauerte desto stärker wurden wir. Am Schluss haben wir sehr verdient gewonnen. Dass ich meine ersten beiden Toren für das Fanionteam des SCZ schoss, macht mich sehr stolz. Über die ganze Spielzeit gesehen war es keine gute Leistung des Teams, doch wir bewiesen Moral.

Schon im Herbst bist du in der 1. Mannschaft zu einigen Kurzeinsätzen gekommen. Zum Saisonende konntest du nun davon profitieren, dass dem „Eis“ gleich ein Dutzend Spieler fehlten. Mit Valentin Kälin hat einer deiner A-Junioren-Teamkollegen im Herbst das Tor zum 1:1 gegen den FC Witikon erzielt. Wie bist du mit der Ausbeute von dir und den übrigen A-Junioren in den Aktivteams zufrieden?

Dass Kader des „Eis“ ist breit und besteht aus vielen guten Spielern, deshalb kamen nur wenige A-Junioren zu Teileinsätzen. Doch finde ich dies nicht schlimm. Vielmehr ist es gut für den Verein, dass er gegenwärtig so eine starke Aktivmannschaft bilden kann. Der Erfolg des „Eis“ motiviert mich und andere A-Junioren sehr und zeigt auch welche langfristigen Ziele der Verein hat. Ich bin überzeugt, dass wir A-Junioren einen gewissen Respekt vor dem „Eis“ haben müssen. Doch wir dürfen und müssen uns nicht verstecken. Unsere Ausbeute, denke ich, ist nicht unbeträchtlich: Zu erwähnen sind nicht nur die Tore, wichtig ist auch die gute Zusammenarbeit mit dem „Eis“ und dem „Zwei“.

Mit den A-Junioren seid ihr im vergangenen November aus der Promotionsklasse abgestiegen, nun gelang nach einer überzeugenden Saison der sofortige Wiederaufstieg. Wie fällt deine Saisonbilanz der A-Junioren aus?

Sportlich gesehen gab es in dieser Saison viele Höhen und Tiefen. Ich denke, unser 3:2-Auswärtssieg in Russikon war wohl der Wendepunkt in dieser Saison. Wir haben in einem schlechten Spiel viel Kampfgeist gezeigt und dadurch gewonnen. Auch in unserem zweitletzten Saisonspiel gegen Gossau erzielten wir in der 94. Minute durch einen Foulpenalty den entscheidenden Treffer zum Sieg. Nicht nur der sportliche Erfolg, sondern vielmehr der Teamgeist faszinierte mich. Wir können mit neun Siegen und einer Niederlage sehr zufrieden sein und ich freue mich sehr auf die kommende Herausforderung.

Was macht die A-Junioren für dich zu einem besonderen Team?

Wie bereits angesprochen gefielen mir der Teamgeist und das Soziale besonders gut. Es gab jedem Spieler viel Kraft, die unzähligen Motivationsrufe zu hören und zu besseren Leistungen getrieben zu werden. Auch gibt es viele schwierige und verschiedene Charaktere bei den A-Junioren, was es nicht unbedingt einfacher machte, aber dafür umso spannender und vielseitiger.

Wir konnten sehr gut zwischen Ernsthaftigkeit und Spass unterscheiden. So ging es während Übungen sehr konzentriert zu und her, doch beispielsweise beim Dehnen waren dumme Sprüche und Witze spassig.

Du kannst eine weitere Saison im Nachwuchs spielen, viele Teamstützen der A-Junioren aber müssen altersbedingt zu den Erwachsenen wechseln. Wie schwierig wird es, sich im Herbst in der Promotion zu halten?

Für einen kleinen Club wie den SCZ ist es ein grosser Erfolg, wenn ein Juniorenteam in der Promotionsklasse spielen kann. Es ist jedoch immer schwer sich dort durchzusetzen. Es ist mir bewusst, dass uns wichtige Spieler verlassen, doch bin ich sehr überzeugt, dass wir in der Saison 2012/2013 genügend Potenzial in der Mannschaft haben werden, um den Klassenerhalt oder sogar mehr zu erreichen.

In einem Jahr stösst auch du zu den Zolliker Aktivmannschaften. Welches sind deine mittelfristigen Ziele mit dem SCZ?

Mein wichtigstes Ziel ist, dass ich mich in der Mannschaft genauso wohl fühlen werde wie momentan bei den A-Junioren. Es ist mir wichtig, dass ich weiterhin mit meinen Freunden Fussballspielen kann. Die 2. Liga wäre für mich ein Traum.


Dein Bruder Carlo hat sich in den vergangenen zwei Jahren mit starken Leistungen seinen Stammplatz als Aussenverteidiger in der 1. Mannschaft gesichert. Ist es für dich ein besonderes Ziel, bald gemeinsam mit ihm zu spielen?

Natürlich ist es ein schönes Gefühl gemeinsam mit meinem Bruder für den SCZ aufzulaufen. Mein primäres Ziel ist es aber vielmehr mit konstanten Leistungen ebenfalls einen Stammplatz zu erkämpfen. Dazu dann noch mit meinem Bruder zu spielen, wäre schon toll. Abschliessend möchte ich mich noch bei Toni Incagliato bedanken für zwei turbulente und dennoch schöne und erfolgreiche Jahre, in welchen er uns als Trainer der A-Junioren begleitet hat.