„Eine wunderbare Saison, die wir mit dem Aufstieg gekrönt haben“

7 Fragen an… die 2. Mannschaft.
Das „Zwei“ hat am vergangenen Sonntag mit einem 3:1 im direkten Duell mit dem ersten Verfolger Glattbrugg den Aufstieg in die 4. Liga feiern können. Der Erfolg basiert auf einem starken Kollektiv und einem bemerkenswerten Zusammenhalt. Weil kein Spieler heraussticht, wurden für einmal sieben Fragen an sieben verschiedene Spieler gestellt.

Die Fragen formulierte Dennis Bühler

 


Murat Saliji, du stehst eigentlich im Kader der 1. Mannschaft, bist aber mehrmals in dieser Saison auch in der 5. Liga eingesprungen. Gegen den FC Glattbrugg hast du den Vorsprung in der Schlussphase mit einigen Glanzparaden verteidigt. Wie wichtig ist der Aufstieg der 2. Mannschaft für dich persönlich und für den ganzen Verein?

„Der Aufstieg der 2. Mannschaft ist für den ganzen Verein sehr wichtig. Daran, dass der SCZ in zwei Jahren mit beiden Aktivmannschaften aufsteigen konnte, sieht man, dass es dem Verein sehr gut geht. Jeder ist für jeden da, egal ob man dem Kader der 1. oder 2. Mannschaft zugehört. Auch wenn ich eigentlich zum Kader der ersten Mannschaft gehöre, war es für mich nie ein Problem in der 2. Mannschaft zu spielen. Es war immer so, als würde ich zum Team gehören.

Für mich persönlich war der Aufstieg der 2. Mannschaft etwas Besonderes. Das war vielleicht das beste Spiel das ich bis jetzt in meiner Karriere gespielt habe – und das in einer Finalissima! Dass ich in der Schlussphase mit einigen Paraden glänzen konnte, machte für mich dieses Endspiel perfekt. Aber ohne die Unterstützung und das Vertrauen des gesamten Teams und Vereins wäre dies nicht möglich gewesen.“

 

Elias Grisoni, nach einer roten Karte warst du im Entscheidungsspiel in Glattbrugg gesperrt. War es schlimm für dich, nicht selbst auf dem Spielfeld stehen zu können und untätig von aussen zusehen zu müssen?

„Für mich war es wohl der schlimmste sportliche Höhepunkt, den ich in meinem Leben erlebt habe. Meine Teamkollegen haben am Sonntag eine sackstarke Leistung gezeigt, ich gratuliere allen herzlich zu diesem Triumph. Selten habe ich mit einem Team so viel Spass gehabt wie in dieser Saison mit dem „Zwei“. Da ich diese Finalissima verpasst habe, hoffe ich umso mehr, dass wir dies bald in der 4. Liga wiederholen können. Im nächsten Aufstiegsspiel möchte ich dann aber auf dem Platz stehen!“

 

Kevin Spalinger, du hast mit einem herrlichen Schuss ins Lattenkreuz kurz nach der Pause das 3:0 erzielt und damit die Entscheidung herbeigeführt. Hast du schon je ein schöneres Tor erzielt, oder war das ein perfekter Treffer?

„Ich glaube nicht, dass ich schon einmal so ein schönes Tor erzielt habe. Vor allem war es nicht einfach nur schön. Sondern es kam zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt direkt nach der Pause. Für mich selber war es auch ein perfektes Tor. Im alles entscheidenden Spiel der Saison, in welchem wir eine immense Fan-Unterstützung genossen so ein Tor zu erzielen, ist fantastisch und ein Traum.“

 

Chris Musa Muhammed, du stammst aus dem Niger und bist erst vor ein paar Monaten zum Sportclub Zollikon gestossen. In der Rückrunde hast du einige Male den Unterschied ausgemacht, jetzt hast du im Entscheidungsspiel gegen den FC Glattbrugg mit einem Weitschuss das wegweisende 1:0 erzielt. Ist dieser Sieg dein grösster Erfolg in deiner bisherigen Fussballkarriere?

„Tatsächlich stellt dieser Sieg für mich und für meine Familie einen sehr grossen Erfolg dar, der mir Kraft gibt weiterzugehen. Ich bedanke mich bei all meinen Teamkollegen, die mir ermöglichten Teil dieser wunderbaren Geschichte unseres Vereines zu werden, und bei meiner Verlobten, die mir so viel Mut und Vertrauen gab. Und ich danke meinem Trainer, der mir die Motivation und die Unterstützung entgegenbrachte, die ich gebraucht habe. Ich danke euch allen.“

[Und im Originalton: „YES INDEED IS A VERY BIG SUCCESS FOR ME N MA FAMILY COS IT STILL MAKES ME HV THE STRENGTH TO GO ON AND I WILL SAY THANX TO U ALL MY TEAM MATES FOR MAKING ME PART OF THIS WONDERFUL HISTORY OF OUR CLUB SC ZOLLIKON AND TO MY FIANCE SHE GAVE ME LOT OF COURAGE,MY COACH WHO GAVE ME ALL THE MOTIVATION N SUPPORT I NEED THANK U ALL.“]

 

Cedric Hofstetter, gegen den ersten Verfolger FC Glattbrugg hat die 2. Mannschaft beide Spiele dieser Saison 3:1 gewonnen. War der Sieg am Sonntag der Abschluss einer perfekten Saison?

„Der 3:1-Auswärtssieg gegen Glattbrugg war sicherlich der Höhepunkt einer starken Saison. Trotzdem haben wir auch Tiefs erlebt, beispielsweise die 1:3-Niederlage gegen Oberwinterthur, mit der wir unseren Verfolgern nochmals eine Chance schenkten. Diese haben wir ihnen in einer leidenschaftlich gespielten Finalissima aber wieder zunichte gemacht. Wir haben unser Ziel erreicht und sind aufgestiegen. So gesehen kann man schon sagen, dass wir am Sonntag eine perfekte Saison abgeschlossen haben.“

 


Rolf Oberhänsli, d
u bist seit rund zwanzig Jahren beim SCZ, so lange wie kaum ein anderer Spieler der 2. Mannschaft. Ist dieser Aufstieg in die 4. Liga dein grösster Erfolg – und was macht die Stärke dieser Mannschaft aus?

„Ich durfte mit dem SCZ schon viele Erfolge feiern. In der Vergangenheit waren diese jedoch immer den Junioren zu verdanken, ich konnte sie als Trainer an der Seitenlinie geniessen. Persönlich ist dieser Aufstieg mein grösster Erfolg, den ich nach einer langen Zeit beim SCZ feiern darf. Die Stärke dieser Mannschaft kommt meiner Meinung nach aus dem Zusammenhalt. Wir sind wie eine Familie, was man im ganzen Club spürt. Sicherlich helfen auch der Konkurrenzkampf im Team, den es durch das grosse Kader gibt, sowie die Trainingseinheiten und taktischen Anweisungen des Coachs. Dies alles zusammen macht uns so stark.“

 

René Kaiser, als Captain war es deine Aufgabe, die manchmal bequeme Mannschaft in jedem Training und in jedem Spiel an die Leistungsgrenze zu führen. Mit dem Aufstieg wurde eine gute Saison gekrönt. Wie fällt deine Saisonbilanz aus?

„Die Hinrunde war die beste Halbsaison, die ich je in einem Fussballklub erlebt habe. Wir hatten Spass beim Fussball, was sich in den Resultaten spiegelte. Die Trainings waren – für unsere Verhältnisse – überdurchschnittlich gut besucht und ich hatte das Gefühl, wir waren beflügelt und willig etwas zu reissen, nachdem wir vor einem Jahr so dumm und unglücklich am Aufstieg vorbei geschlittert waren. Unser Erfolgswille führte zu sieben Siegen in Serie, bei einem Torverhältnis von 37:10.

Rückblickend habe ich das Gefühl, dass uns diese erfolgreiche Hinrunde beinahe ein wenig geschadet hat, was die Rückrunde angeht. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass die Mannschaft zu bequem geworden wäre, aber die Niederlagen in den Testspielen im Februar waren ein neues Gefühl für uns. Wir mussten lernen, uns wieder selber zu motivieren und nicht „nur“ auf einer Erfolgswelle zu reiten. Leider konnten wir dies vorerst nicht in der nützlichen Frist erreichen, und auch der knappe 3:2-Sieg in Kollbrunn vermochte uns nicht wach zu rütteln. Danach folgte der Tiefschlag in Oberwinterthur (1:3-Niederlage), gefolgt von der Enttäuschung im Testspiel gegen die UBS, als wir wieder ähnliche Züge wie vor einem Jahr annahmen und auch durch eine schwerwiegende rote Karte bestraft wurden.

In dieser schwierigen Situation versuchte ich, authentisch zu bleiben und meine Mannschaft nicht künstlich zu motivieren oder mit lustigen Sprüchen aufzuheitern, sondern die Ruhe zu behalten und mit meinem Verhalten und meinem ungebrochenen Glauben an den Aufstieg ein Vorbild zu sein und Motivation auszustrahlen. Zum Glück wurde mir in den Trainings nach dem UBS-Testspiel auch bestätigt, dass ich damit nicht alleine dastand. Dadurch war ich nie in Gefahr, den Glauben zu verlieren. Des Weiteren hatten wir natürlich das Glück, dass unser Trainer Ben Crawshaw nie den Fokus verloren hat und konzentriert mit uns weitergearbeitet hat. Er hat uns auch nach dieser schwierigen Phase perfekt eingestellt und unterstützt.

So konnten wir uns im Kollektiv wieder sammeln, um gegen Kempttal zu unserer alten Stärke zurück zu finden und souverän 4:0 zu gewinnen. Diese Leistung hat mich soweit beruhigt, dass ich wusste, dass ich das Spiel gegen Glattbrugg verpassen kann, ohne damit gleich den Aufstieg zu gefährden. Ich glaubte an die Mannschaft und war mir sicher, dass wir nun diese Form behalten und unser Ziel erreichen würden.

Zusammenfassend war es eine wunderbare Saison, welche mit dem Aufstieg verdientermassen gekrönt wurde und mir unglaublich viel Spass gemacht hat.“