„Ich könnte mir keinen besseren Teamzusammenhalt vorstellen“

7 Fragen an… Matteo Felder.
Der 20-Jährige ist längst Stammspieler und ein nicht mehr wegzudenkendes Puzzleteil im Gefüge der 1. Mannschaft. Im Interview äussert sich der zentrale Mittelfeldspieler zum anstehenden Derby gegen den FC Küsnacht, freut sich über die gute Stimmung in Team und Verein und sagt, weshalb er sich vorstellen kann, dem SCZ ewig die Treue zu halten.

Mit Matteo Felder sprach Dennis Bühler


Am kommenden Sonntag spielt ihr gegen die 2. Mannschaft des FC Küsnacht. Bist du in diesem Derby besonders motiviert?

Die Spiele gegen den FC Küsnacht sind mir besonders wichtig. In der Vorrunde haben wir uns allerdings zu sehr darauf konzentriert, dass es ein Derby war, und gingen völlig übermotiviert, abgelenkt und nervös ins Spiel. Wir verloren knapp 0:1. Dies darf uns dieses Mal auf keinen Fall passieren. Daher werde ich mich diese Woche nicht anders auf das Spiel einstellen als sonst.

Ein Aufsteiger setzt sich normalerweise das Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen. Die 1. Zolliker Mannschaft hat dieses Ziel nun schon zwei Monate vor dem Saisonende erreicht. Kann also schon jetzt von einer gelungenen Saison gesprochen werden?

Ja, definitiv. Wir hatten überraschenderweise keinerlei Mühe uns in der höheren Spielklasse zu etablieren und konnten meistens auch spielerisch überzeugen. Daher können wir sportlich gesehen mit dem bisherigen Verlauf der Saison sehr zufrieden sein. Vor allem aber freut es mich, dass die Stimmung im Team und im Verein weiterhin so gut ist wie im Aufstiegsjahr. Dies ist auf keinen Fall selbstverständlich. Die Art, mit der wir uns als Team sowohl sportlich als auch menschlich auf die neue Aufgabe einstellen konnten, kann bereits jetzt als Erfolg gewertet werden.

Der FC Herrliberg ist wohl vorentscheidend enteilt, aufzusteigen ist in dieser Saison kaum mehr möglich. Weshalb ist es trotzdem wichtig, in dieser Spielzeit noch möglichst viele Punkte zu sammeln?

In der Vorrunde verloren wir vier Mal nur mit einem Tor Unterschied. Abgesehen vom Spiel gegen Herrliberg, das uns vor allem punkto Effizienz im Abschluss überlegen war, verloren wir diese Spiele allesamt wegen eigenen Unvermögens. Wir zogen schlicht einen schlechten Tag ein oder gingen zu unsicher aufs Feld. Angesichts des jungen Durchschnittsalters darf das durchaus passieren. Allerdings bin ich überzeugt, dass wir genug Qualität haben, um jeden Gegner zu schlagen. Und daher muss es unser Ziel sein, möglichst viele Punkte zu sammeln. Zudem ist es wichtig für den Verein, dass die Aktivmannschaften erfolgreich sind. Es zeigt den Junioren, dass nicht nur in den Nachbargemeinden und in der Stadt erfolgreich Fussball auf Amateurlevel gespielt werden kann. Auch talentiertere Junioren sollen somit vermehrt dem Verein treu bleiben.

Der SCZ hat die beste Defensive seiner Gruppe – 17 Gegentore in 16 Spielen sind ein extrem starker Wert. Ist dies das Erfolgsrezept Zollikons?

Defensiv haben wir als Team unseren Job sehr gut gemacht. Allerdings glaube ich, dass wir bisher auch offensiv überzeugen konnten. Auch dies lässt sich mit der Statistik beweisen. Es zeichnet uns aus, dass auch immer wieder Defensivspieler Tore erzielen und vorbereiten. Dies zeigt, dass wir ein sehr ausgeglichenes Team sind und dass wir ein gutes Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive finden konnten. Doch der wichtigste Bestandteil unserer bisherigen Erfolge – und so, denke ich, wird jeder im Team antworten – ist die Stimmung und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.


Du bist der jüngste Spieler der Mannschaft und hättest in der vergangenen Saison auch noch bei den A-Junioren spielen dürfen. Dennoch bist du seit bald zwei Jahren Stammspieler in der 1. Mannschaft, bist zweikampfstark und torgefährlich, wie du letztmals am Sonntag als Doppeltorschütze gegen den FC Egg bewiesen hast. Wie siehst du deine Rolle innerhalb des Teams?

Auf dem Platz spiele ich auf einer Position, auf der es wichtig ist Verantwortung zu übernehmen und viel mit den Mitspielern zu reden. In diesem Punkt muss ich mich noch steigern, vor allem weil mein Bruder Alessandro nun leider für den Rest der Saison ausfallen wird. Das Alter spielt für mich keine grosse Rolle. Die Ältesten im Team sind ja auch nicht viel älter als ich und mit den meisten spielte ich schon früher in der Freizeit viel Fussball. Dennoch profitiere ich natürlich immer wieder von der Erfahrung meiner Mitspieler. Einige sind ja zusätzlich noch Juniorentrainer oder haben einmal in einer höheren Liga gespielt und können mir Ratschläge geben.

Seit 1999 spielst du beim SCZ. Könntest du dir vorstellen, dereinst bei einem Verein in einer höheren Liga zu spielen?

Nein. Als Junior konnte man vielleicht noch heimlich davon träumen, doch es hätte zeitlich, vor allem aber fussballerisch nicht gereicht. Ich bin sehr zufrieden beim SCZ. Die Leute im Verein sind sensationell. Es ist jedes Mal ein tolles Gefühl, auf dem Riet einzutreffen und alle bekannten Gesichter zu sehen. Ausserdem könnte ich mir keinen besseren Mannschaftszusammenhalt vorstellen. Man sieht sich nicht nur im Training und an den Spielen, sondern trifft sich auch sonst häufig unter der Woche. Natürlich ist dies das einzige Umfeld, das ich kenne, und ich kann somit schlecht einschätzen, wie es in höheren Ligen zu und her geht. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dieses Umfeld zu verlassen.

Welche Ziele, glaubst du, sind mit dem SCZ in der kommenden Saison und in den kommenden drei Jahren möglich?

In den kommenden Jahren immer um die oberen Tabellenplätze mitzuspielen, ist ein realistisches Ziel. Mit viel Arbeit und Einsatz ist dies sicherlich erreichbar. In den nächsten Jahren werden ja zudem auch noch sehr starke Junioren zur ersten Mannschaft hinzustossen. Diesen traue ich dann noch ein wenig mehr zu.