„Wir können und wollen nun auf jeden Fall Zweiter werden“

7 Fragen an… Marco Schärer.
Der Mittelstürmer der 1. Mannschaft äussert sich im Interview zum enttäuschenden 1:1 gegen Kloten, die dennoch ausgezeichnete Saison, seine Rolle innerhalb des Teams und seine Pläne mit dem SCZ. Und er sagt, weshalb es seine beste Entscheidung war, vor bald zwei Jahren aufs Riet zu wechseln.

Mit Marco Schärer sprach Dennis Bühler

 

Am letzten Sonntag hat die 1. Mannschaft in Kloten einen Rückschlag erlitten. Ein 1:1 beim Tabellenletzten ist zu wenig für eure Ansprüche. Woran hat´s gelegen?

Richtig, wir wollten unbedingt drei weitere Punkte aus Kloten mitnehmen. Das Remis war daher sehr bitter und enttäuschend. Doch leider gibt es solche Spiele halt nun mal… Wir sind noch immer eine sehr junge 1. Mannschaft. Deswegen sollen uns solche Erfahrungen auf unserem Weg nach oben helfen. Vor dem Spiel gegen Kloten haben vielleicht nicht ganz alle Vorzeichen auf „+“ gestanden. Doch daraus müssen wir lernen, es von nun an besser machen und im nächsten Spiel eine starke Reaktion zeigen.

Am kommenden Sonntag ist gegen den FC Egg Wiedergutmachung angesagt. Was muss besser werden als gegen Kloten, und wie wollt ihr das anstellen?

Damit uns gegen Egg die nötige Leistungssteigerung gelingt, müssen wir diese Woche konzentriert, motiviert und intensiv trainieren. Dafür werden unsere beiden Trainer ohne Zweifel sorgen. Im Spiel selbst müssen wir die Sicherheit in der Defensive und im Mittelfeld wieder finden, und in der Offensive effizienter sein. Kurz: Genau das tun, was wir können – unser gewohnt solides Spiel an den Tag legen. Der Rest und die optimale individuelle (mentale) Vorbereitung liegen bei jedem Spieler selbst.

Trotz dieser Enttäuschung verläuft die Saison bisher sehr erfolgreich: Nach 15 von 22 Spielen seid ihr auf dem guten dritten Rang klassiert. Wie zufrieden bist du mit eurer Leistung und welche Ziele verfolgt ihr bis zum Saisonende?

Wir sind sehr gut in die „Mission 3. Liga“ gestartet, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir der Aufsteiger der Gruppe sind. Doch entscheidend ist, wo wir am Ende der Saison stehen. Unser offizielles Ziel vor Saisonstart war der dritte Schlussrang – mindestens. Dies würde nicht nur eine Etablierung in der 3. Liga, sondern sogar in den vorderen Plätzen bedeuten. Wir können und wollen nun aber auf jeden Fall Zweiter werden – so sehe ich das zumindest –, um so optimale Bedingungen für die kommende Saison zu schaffen. Denn wir wollen uns immer steigern.

Du hast in der Vorrunde acht Tore erzielt, im Frühjahr hast du bereits vier Treffer zum Erfolg des SCZ beigesteuert. Zwölf Tore in 15 Spielen sind ein guter Wert. Wie schätzt du deine Rolle im Team ein?

Tore zu erzielen macht mich glücklich, das ist als Mittelstürmer meine Aufgabe. Ich war als Junior immer Topskorer. Dies will ich immer sein. Meine Tore sollen der Mannschaft zu gemeinsamen Siegen verhelfen. Im Defensivbereich – wo ich (zum Glück?) nicht allzu viel beisteuern kann – leistet sie eine sehr gute Arbeit. Aber natürlich gewinnen und verlieren wir als Einheit. Dieser Zusammenhalt zeichnet uns aus.

Du bist nun seit bald zwei Jahren beim SCZ, hast den Aufstieg und die Etablierung in der 3. Liga miterlebt. Was hältst du im Rückblick von deiner damaligen Entscheidung, vom FC Herrliberg zum SCZ zu wechseln?

Ganz ehrlich: Zum SCZ in die 1. Mannschaft zu wechseln, war das Beste, was mir geschehen konnte. Nicht nur fussballerisch! Zugegeben, vor drei, vier Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich hier in diesem Team mal „erfolgreichen“ Fussball spielen würde. Doch dann spielte das „Eis“ in der Saison 2009/10 unter den damaligen Trainern Ferry Hermida und Graziano Cocchiarella eine starke Rückrunde und ich stellte fest, dass es sich beim SCZ – nebst dem vorhandenen enormen Teamgeist – um eine junge Mannschaft mit grossem fussballerischem Potential handelt. Das „Eis“ war und ist eine wahre Mannschaft, auf und neben dem Platz. Hinzu kamen die neue Infrastruktur mit Kunstrasen sowie das neue, junge, ehrgeizige und überzeugende Trainerduo Alain Merkli und Nicolas Fürer mit seinen konkreten Zielen und Vorstellungen. Es veränderte sich viel. All diese Aspekte machten damals meine Entscheidung leicht, nach Zollikon zu wechseln.

Was gefällt dir in Zollikon denn so viel besser als in der 1. Mannschaft deines vorherigen Vereines, dem FC Herrliberg?

Die Menschlichkeit wird in Zollikon gross geschrieben. Jeder ist „echt“, der Verein ist eine „Familie“ und es zählen nicht nur Oberflächlichkeiten. Dies ist mir sehr wichtig. Der SCZ hat mir schon jetzt extrem viel gegeben, dafür bin ich sehr dankbar. Hier habe ich die Freude am Fussball wieder gefunden, das Selbstvertrauen zurückgewonnen, ich schiesse wieder Tore und habe, wie ich zu glauben wage, auch einen entsprechenden Stellenwert im Team.
Auch mein Umfeld nahm damals wahr, dass ich durch den Wechsel von Herrliberg nach Zollikon wieder richtig aufblühte. Ausserdem konnte ich sehr viele gute Freunde kennenlernen. Ich bin beim SCZ sehr glücklich. Und dass ich im vergangenen Sommer sogar meinen jüngeren Bruder Andrea überzeugen konnte, mir aufs Riet zu folgen, freut mich ausserordentlich. Gemeinsam mit ihm Tore zu bejubeln, ist ein wunderbares Gefühl.

Was ist mit dem SCZ in naher und mittelfristiger Zukunft möglich?

Wenn es uns gelingt, in dieser Saison den zweiten Tabellenplatz zu erreichen, können wir uns ab Sommer auf jeden Fall nach noch weiter oben orientieren. Wie gesagt: Wir wollen uns immer steigern. Und als Zweiter gibt es dann nur eine einzige mögliche Zielsetzung…